C-Kurs: Ausbildung für den nebenruflichen kirchenmusikalischen Dienst

Sie spielen Klavier und liebäugeln mit dem Orgelspiel? Sie möchten auch mit Ihren Füßen in die Tasten greifen und große Räume mit brausenden Klängen füllen?

Oder singen Sie in einem Chor und träumen davon, selbst einmal am Pult zu stehen und die Musik nur mit Ihren Armen zu gestalten?

Dann lesen Sie weiter, denn hier finden Sie Hinweise, wie Sie Ihrem musikalischen Hobby eine fundierte Grundlage geben können. Die Kirchenkreise Koblenz und Wied bieten dazu einen Kurs an, der Ihre Fähigkeiten verbessert und Ihnen viel Hintergrundwissen liefert.

Schon während der Ausbildung können Sie mit Ihren Kenntnissen und Ihrem Können Geld verdienen, denn in der Kirche werden ständig Musiker gebraucht  - egal ob für sporadische Vertretungen oder fest angestellt.

Die Idee

Mehr als tausend nebenamtliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker engagieren sich in der Evangelischen Kirche im Rheinland im kirchenmusikalischen Dienst der Gemeinden.

Trotz dieser großen Zahl werden zunehmend Menschen gesucht, die Orgel spielen, einen Chor leiten, mit Kindergruppen musizieren, einen Posaunenchor dirigieren oder eine Band aufbauen können. Die Ausbildung dazu geschieht in einem regionalen C-Ausbildungskurs, kurz: C-Kurs.

In ihm werden die praktischen Fächer unterrichtet wie zum Beispiel Orgelspiel, Chorleitung, Gesang, Klavierspiel. Aber auch die Fächer Gehörbildung oder Tonsatz gehören dazu. Das geschieht entweder im Einzel- oder im Gruppenunterricht.

Über den regionalen Gruppen- und Einzelunterricht hinaus finden von der Landeskirche zentral organisierte C-Seminare und C-Intensivkurse statt, die ebenfalls Bestandteile der Ausbildung sind. In den mehrtägigen C-Seminaren werden die wissenschaftlichen Fächer unterrichtet, nämlich Liturgik und theologische Grundlagen, Hymnologie, Kirchenmusikgeschichte und Orgelkunde (nur für Fachrichtung Orgel). In den C-Intensivkursen dagegen werden die praktischen Fächer des regionalen Kurses vertieft.
In den Kirchenkreisen Koblenz und Wied kann man die Ausbildung bisher in diesen Fachrichtungen absolvieren:

  1. Orgel
  2. Chorleitung

Auch beides zusammen ist möglich.

Die Kosten teilen sich die Kursteilnehmer und die Kirchenkreise. Die Kursgebühr liegt zwischen 60 und 90 Euro monatlich - je nach Fachrichtung. Der Kurs dauert in der Regel zweieinhalb Jahre. Er kann schon während der Schulzeit oder parallel zu einem Beruf belegt werden. Ziel der Ausbildung ist die C-Kirchenmusikprüfung der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Zulassung

Zur Ausbildung in einem C-Kurs kann zugelassen werden, wer

  • der evangelischen Kirche oder einer der ACK* angeschlossenen Kirche angehört,
  • zum Kursbeginn das 14. Lebensjahr vollendet hat,
  • die Aufnahmeprüfung bestanden hat.


* ACK = Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland. Außer der evangelischen und römisch-katholischen Kirche gehören ihr die alt-katholische Kirche, orthodoxe und mennonitische Kirchen, die Brüder-Unität sowie die Freikirchen an.

Was muss man bereits können?

In der Aufnahmeprüfung sind einige musikalische Grundkenntnisse und Fertigkeiten nachzuweisen, die für die Ausbildung im C-Kurs notwendig sind:

  • Musiklehre: Grundbegriffe
  • Gehör: Erfassen von Intervallen und einer einfachen Melodie
  • Vortrag eines Kirchen- oder Volksliedes eigener Wahl
  • Klavierspiel: Ein leichtes Stück eigener Wahl (z.B. leichter Sonatinensatz).
  • Orgelspiel (nur bei Fachrichtung Orgel) ist wünschenswert, aber nicht erforderlich.

Die Aufnahmeprüfungen finden im September statt.

Praktischer Unterricht

Ein C-Kurs beginnt jährlich im Oktober. Der Unterricht gliedert sich in Einzelunterricht (EU) und Gruppenunterricht (GU). Die Zeiten des Einzelunterrichts kann man mit den Fachlehrern individuell vereinbaren. Die Zeiten des Gruppenunterrichts liegen fest.
 
Der Unterricht umfasst in der Regel folgende Zeiten:

Fachrichtung Orgel

Orgelliteraturspiel und
gottesdienstgliches Orgelspiel (EU)

wöchentlich 60 Minuten

Klavierspiel (EU)wöchentlich 30 Minuten

Fachrichtung Chorleitung

Chorleitungsunterricht findet als Gruppenunterricht in Zusammenarbeit mit der katholischen C-Ausbildung des Bistums Trier an zwölf Samstagvormittagen pro Jahr in Neuwied statt, jeweils von 8.30 bis 11 Uhr.

Gesang (EU)wöchentlich 30 Minuten
Chorpraktisches Klavierspiel (EU) wöchentlich 15 Minuten

Alle Fachrichtungen

Tonsatz und Gehörbildung (beides als GU) werden an zwölf Samstagvormittagen ebenfalls in Neuwied unterrichtet - und zwar von 11 bis 12.30 Uhr im Anschluss an den Chorleitungsunterricht.

Während der Schulferien findet kein Unterricht statt.

Jeglicher Unterricht wird von staatlich anerkannten Musiklehrern oder Kantoren erteilt. Nach Absprache mit der Kursleitung besteht auch die Möglichkeit, bisherigen Privatunterricht im Rahmen des C-Kurses fortzusetzen.

Theorieunterricht

Die vier C-Seminare enthalten jeweils die Unterrichtsfächer:

  • Liturgik und theologische Grundlagen
  • Hymnologie
  • Kirchenmusikgeschichte
  • Orgelkunde

Erfahrene Kantoren, Theologen und Orgelbauer, also Menschen aus der Praxis, unterrichten in anschaulicher Weise die theoretischen Grundlagen der Kirchenmusik.

Die insgesamt vier Seminar-Wochenenden bilden eine Einheit. Sie dienen der Vorbereitung auf die wissenschaftlichen Fächer der C-Prüfung.

1. Ausbildungsjahr

Frühjahr: Seminar 1
Herbst: Seminar 2

2. Ausbildungsjahr

Frühjahr: Seminar 3
Herbst: Seminar 4

Herbst oder Frühjahr: Intensivkurs (siehe nächster Absatz)

Ein Intensivkurs

Zur Ausbildung gehört die einmalige Teilnahme an einem Intensivkurs. Er dauert in der Regel fünf Tage. Im Gegensatz zu den Seminaren, in denen die theoretischen Fächer unterrichtet werden, sollen im Intensivkurs die Ergebnisse des praktischen Unterrichts, der am Heimatort der Kursteilnehmer erfolgt, von anderen Lehrern überprüft werden - und zwar besonders im Hinblick auf die bald folgende Abschlussprüfung.

Darum empfiehlt sich der Besuch eines Intensivkurses erst im zweiten Ausbildungsjahr, entweder im Frühjahr oder im Herbst.

Das Coaching geschieht in Form von Einzel- oder Gruppenunterricht in folgenden Fächern:
Klavier, Orgel-Literaturspiel, Orgel-Improvisation, Chorleitung, Stimmbildung, Probenmethodik, Gesang, Gemeindesingen, Tonsatz, Gehörbildung.

Seminare und Intensivkurs: Wann und wo?

Veranstaltungsorte für Seminare und Intensivkurse sind das „Haus der Begegnung“ in Bonn oder das „Haus Gottesdienst und Kirchenmusik“ in Wuppertal. Für Unterricht, Übernachtung und Vollpension entstehen den Teilnehmern keine Kosten. Durch die monatliche Kursgebühr ist alles abgegolten. Die Termine sind verlängerte Wochenenden meist an Fronleichnam (Frühjahr) oder um den 3. Oktober herum bzw. an Allerheiligen (Herbst).

Abschluss: Die C-Prüfung

Nach erfolgreich bestandener Prüfung erhalten Sie die Kleine Urkunde über die Anstellungsfähigkeit als Kirchenmusiker/in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Mit ihr können Sie sich auf allen freien C-Kirchenmusikstellen in Deutschland bewerben.

Die Tätigkeit in C-Stellen ist immer nebenberuflich. Sie kann also parallel zu einem Hauptberuf ausgeübt werden.

Sollten Sie keine Festanstellung anstreben, können Sie Vertretungsdienste übernehmen. Als C-Kirchenmusiker/in erhalten Sie ein wesentlich höheres Honorar, als wenn Sie keine Qualifikation oder nur den Befähigungsnachweis hätten.

Die Kosten

Jede Ausbildung kostet Geld. Den größten Teil übernehmen aber die beiden Kirchenkreise Koblenz und Wied - und zwar bis zu drei Viertel der Gesamtkosten. Die Kursteilnehmer zahlen lediglich einen Eigenbeitrag als monatliche Kursgebühr:
 
Fachrichtung
Chorleitung                        60 Euro
Orgel                                  70 Euro
Chorleitung und Orgel        90 Euro

Darin enthalten sind der Einzelunterricht (Orgel, Klavier, Gesang), der Gruppenunterricht (Chorleitung, Gehörbildung, Tonsatz), die Teilnahme an vier C-Seminaren und an einem C-Intensivkurs inkl. Unterbringung und Verpflegung.

Nicht enthalten sind Kosten für Unterrichtsmaterialien wie Fachbücher, Noten, Schreibbedarf oder Orgelschuhe.

Hinweis:
Eventuell gibt Ihnen Ihre eigene Kirchengemeinde einen Zuschuss zu Ihrer Kursgebühr.

Ansprechpartner

Kreiskantor des
Kirchenkreises Wied
KMD Thomas Schmidt (Kursleitung)
Reckstr. 54, 56564 Neuwied
Tel.: 02631 - 32886
Fax: 02631 - 32885

 

Sofern Sie im Kirchenkreis Koblenz wohnen, können Sie auch diesen Kreiskantor kontaktieren:

Kreiskantor des
Kirchenkreises Koblenz
Christian Tegel
Am Kratzkopfer Hof 50
56076 Koblenz
Tel.: 0261 - 94249017

C-Seminar im Juni 2014

(Hintere Reihe v.l.n.r.): Claudius Reischl, Michael Burtscheidt, Daniel Andernach, Elena Schmidt, (mittlere Reihe) Dorothea Raukes, Almut Nikolayczik, Susanne von Glasow, Reinhold Rodammer, Merlin May, (vordere Reihe) Cornelia Kroes, Michaela Sicken, Friederike Hanß, Elisabeth Hagenthau, Kursleiter Thomas Schmidt

Im Rahmen des kirchenmusikalischen C-Kurs finden regelmäßig Seminare im Haus der Begegnung in Bonn statt. Dabei werden die wissenschaftlichen Fächer Liturgik, Musikgeschichte und Orgelbau unterrichtet. Kreiskantor Thomas Schmidt aus Neuwied lehrt das Fach Hymnologie, die Lehre von Kirchenliedern.

Jetzt war es wieder so weit: Die Teilnehmer des C-Kurs der Kirchenkreise Koblenz und Wied nahmen zum ersten oder vierten und letzten Mal an diesem mehrtägigen Seminar teil – je nachdem, wann sie ihren Kurs begonnen hatten. Der C-Kurs dauert zweieinhalb Jahre und endet mit der Abschlussprüfung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker. In dieser Zeit wird der praktische Unterricht im Orgel- und Klavierspiel, in Dirigieren und Gesang vor Ort gegeben – also in Koblenz oder Neuwied. Zusätzlich müssen die Kursteilnehmer an vier Seminaren teilnehmen. Sie finden immer an verlängerten Wochenenden im Bonner Haus der Begegnung statt. Dabei kommen die Teilnehmer aller C-Kurse der Evangelischen Kirche im Rheinland zusammen.

An jedem Tag wird ein anderes Thema unterrichtet. Im Fach Liturgik lernen die Absolventen verschiedene Gottesdienstformen und das Kirchenjahr kennen. Wie sich die Kirchenmusik im Lauf der Jahrhunderte entwickelt hat, wird im Fach Musikgeschichte untersucht. Und selbst das Thema Orgelbau ist eine eigene Disziplin, in der die Teilnehmer in ihrem Abschlussexamen geprüft werden. Die Lehre vom Kirchenlied unterrichtet Kirchenmusikdirektor Thomas Schmidt. Er leitet auch gleichzeitig den C-Kurs der Kirchenkreise Koblenz und Wied und unterrichtet dieses Fach an der Musikhochschule in Köln.

Randvoll mit Informationen kehrten die Teilnehmer des Kurses wieder nach Hause zurück. Es hatte zwischen Fronleichnam und dem darauf folgenden Sonntag stattgefunden. Neben den Vorlesungen und Übungen gab es auch viel Zeit für Geselligkeit, persönliche Gespräche und wegen der Weltmeisterschaft natürlich zum Fußballgucken.

 

Aufnahmeprüfung 2013

Am 13. September 2013 bestanden fünf Teilnehmer die Aufnahmeprüfung für den neuen C-Kurs. Dabei mussten sie der Jury beweisen, dass sie schon bestimmte Vorkenntnisse mitbringen, denn sonst können sie das Kursziel nicht in zweieinhalb Jahren erreichen. Die Prüfungskommission bestand aus den beiden Kreiskantoren der Kirchenkreise Koblenz und Wied, die bei der C-Ausbildung gemeinsame Sache machen.

Ganz links steht Christian Tegel, der Kreiskantor des Kirchenkreises Koblenz. Rechts von ihm die neuen Teilnehmer: Reinhold Rodammer, Friederike Hanß, Claudius Reischl, Elisabeth Hagenthau und Friedemann Schmidt-Eggert. Rechts im Hintergrund steht KMD Thomas Schmidt, der den Kurs leitet.

Im März 2016 werden alle den Kurs abschließen. Bis dahin steht aber noch viel Unterricht im Orgel- und Klavierspiel auf dem Programm. Gesang und Dirigieren gehören ebenso dazu wie die Theoriefächer Tonsatz, Gehörbildung, Liturgik, Orgelbaukunde, Musikgeschichte und Liedkunde.

Aufnahmeprüfung zum Kurs 2012 bestanden!

Die erste Hürde genommen haben die Teilnehmer des C-Kurs (v.l.n.r.) Michael Burtscheidt, Cornelia Kroes, Dorothea Raukes, Merlin May und Michaela Sicken zwischen den Kreiskantoren Christian Tegel (ganz links) und Thomas Schmidt (ganz rechts).

Sie wollen ihr Hobby zum Beruf machen: Fünf Bewerber legten am 21. September 2012 die Aufnahmeprüfung zur Kirchenmusikausbildung ab.

Der evangelische Kirchenkreis Wied bietet einen Ausbildungskurs für den Beruf des Kirchenmusikers an. Nach zweieinhalb Jahren mit Unterricht in Orgel- und Klavierspiel, Chorleitung und Gesang endet der Kurs mit der C-Prüfung. Sie befähigt die Absolventen, eine nebenamtliche Stelle an einer Kirche zu übernehmen.

Doch beim Kursbeginn gilt es schon, die erste Hürde zu nehmen: Die Aufnahmeprüfung. Wie beim Studium an einer Musikhochschule müssen die Kandidaten bereits gewisse Grundtechniken beherrschen. Wer ganz bei null anfängt, ist fehl am Platze.

Christian Tegel und Thomas Schmidt, die Kreiskantoren der Kirchenkreise Koblenz und Wied, fühlten den fünf Interessenten auf den Zahn und hörten sich genau an, was jeder auf dem Klavier spielen konnte und welche Töne beim Notendiktat richtig erkannt wurden. Und wie bei einer Castingshow mussten alle Bewerber auch ein Lied a cappella vorsingen.

Die benachbarten Kirchenkreise Koblenz und Wied führen den C-Kurs gemeinsam durch. Der Kirchenkreis Wied ist dabei federführend. Die Kursleitung liegt in den Händen von Kirchenmusikdirektor Thomas Schmidt. Bevor er den frischgebackenen Kursteilnehmern gratulierte und mit ihnen auf die bestandene Aufnahmeprüfung anstieß, bekannte er freimütig: „Unsere Kirche braucht Leute wie Sie!“