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Wir sind frei uns zu engagieren – für die, die Hilfe brauchen

Christen trafen sich zu Vortrag und Diskussion über das Verständnis von Freiheit

Am 15. März sind Christen aus dem Kirchenkreis Wied zusammengekommen, um sich mit den Wurzeln unseres heutigen Freiheitsverständnisses auseinanderzusetzen. Es ist nämlich die in der Reformation entdeckte Gnade Gottes, die uns zu Engagement, Großzügigkeit und Nächstenliebe befreit. Superintendent Wolfgang Eickhoff wies bei der Begrüßung darauf hin, dass Martin Luther dieses Freisein bereits im Jahr 1520 in 30 Thesen „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ veröffentlicht hatte. Referenten des Abends im Oberhonnefelder Gemeindehaus waren Dr. Ilka Werner, Vorsitzende des Theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und ihr Mann Jörg Schmidt vom Reformierten Bund. Beide haben zu diesem Thema in ihrem Kirchenkreis Solingen die Ausstellung „Typisch evangelisch“ mitentwickelt.

Christus ist nicht gegen Mohammed gestorben, sondern für uns alle

„Die gesellschaftspolitische Dimension der Nächstenliebe verdanken wir der Reformation“, war Werners Ausgangsthese. Denn nur im Wissen um die göttliche Gnade können wir Menschen wir selbst sein - trotz Fehlern und ohne Angst, in der Hölle zu landen, wie es die Menschen des Mittelalters befürchteten. Gottes Barmherzigkeit ermöglicht es, zum eigenen Gewissen zu stehen und sich für die erkannte Wahrheit einzusetzen mit beherzten Taten. Jedoch: „Wer diese Freiheit nur für sich will, zerstört sie“, stellte Werner klar.

Daran knüpfte Schmidt an mit Gedanken zu Flüchtlingsbewegungen früher und heute: In den ersten Jahren der Reformation nahm die Stadt Genf ebenso viele Geflüchtete aus Frankreich auf wie sie Einwohner hatte. Diese waren wegen ihres reformierten Glaubens im Heimatland verfolgt und fielen den Genfern an den Stadttoren regelrecht „vor die Füße“. „Nicht ich bestimme, wer mir der Nächste ist – sondern der ist es, der meine Unterstützung braucht“, erinnerte der Referent. In einem abgewandelten Zitat von Gustav Heinemann brachte er das für heute auf den Punkt: „Christus ist nicht gegen Mohammed oder Fremde gestorben, sondern für uns alle.“

Gott tröstet in einer Welt voller Urteile

Und wo berührt uns Christen heute noch Luthers Frage nach einem gnädigen Gott? Schmidts Antwort: in einer tribunalisierten Gesellschaft, in der Rankings, Castings, Einstufungen, Vergleiche und Beurteilungen allgegenwärtig sind. Misswahlen sind nicht nur eine Show, sondern viele orientieren sich an diesen Idealtypen, kritisierte Schmidt. Weiteres Beispiel: Bei der Auswertung der Pisa-Studie zu Bildungssystemen sei zuvorderst die Platzierung eines Landes wichtig – die aus der Analyse zu ziehenden Konsequenzen fielen dagegen unter den Tisch. „Gott tröstet, wenn ich nur 786. von 787 geworden bin“, spitzte der Referent das zu.

In der anschließenden, von Pfarrerin Marion Obitz moderierten Diskussion dominierten folgende Fragen:

  • Wollte Martin Luther seine Thesen auch sozialpolitisch verstanden wissen – so, wie die Bauern sie im Aufstand gegen die Obrigkeit nutzten? Oder ging ihm das zu weit? Die Diskutanten fanden dazu keine einheitliche Meinung. In der Umbruchszeit des 16. Jahrhunderts gab es oftmals „Motiv-Gemengelagen“, erklärte Werner. Das bedeute, „alle sind auf allen Seiten“. Jede starke These ist auch mit einem (persönlichen) Interesse verbunden, ergänzte Obitz.

  • Wie erfährt man wahre Freiheit? Oftmals wird heute Freiheit mit Freizeit und Wohlfühlen verbunden. Ein tiefes Verständnis entsteht jedoch erst dann, wenn man um sie kämpfen muss und sie durch herausfordernde Phasen auf dem eigenen Lebensweg erringt.

  • Braucht es eine Führungsfigur für gesellschaftliche Veränderungen? Manche Besucher waren sicher, dass es charismatische Persönlichkeiten mit Strahlkraft sind, die Gott einsetzt, um sein Werk voran zu bringen. Jörg Schmidt hingegen unterstrich: „Wir sind es, Sie und ich, die das organisieren, was uns unser Gewissen sagt und wir für richtig halten.“

Im Schlusswort erinnerte Ilka Werner deshalb an die mit der Freiheit verbundene Verantwortung: „Ich darf Fehler machen, muss aber auch den Mut haben, in der Gemeinde Impulse zu geben.“ Es gelte, in Zukunft fröhlich Christ und Christin zu sein – auch mit vermutlich weniger hauptamtlichem Personal.

Bei Getränken und Imbiss führten die Teilnehmenden den Austausch in kleinen Runden fort.

Vergnügt, erlöst, befreit - mehr als 60 Veranstaltungen im Kirchenkreis feiern Reformation

"Ich bin vergnügt, erlöst, befreit": Unter diesem Motto feiert der Ev. Kirchenkreis Wied das Jubiläum von 500 Jahren Reformation seit der Veröffentlichung von Martin Luthers Thesen bis jetzt. Das Programm lässt von Oktober 2016 bis November 2017 mehr als 60 Veranstaltungen steigen - spirituelles Wandern auf dem neuen Reformationsweg, Jugendfestival für Smartphone-Kids, Tischreden in Luther-Manier, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, eine Predigtstafette, die durch den Kirchenkreis tourt, ein Gottesdienst am Deich. Wir laden ein, die evangelische Gemeinschaft dabei (neu) kennenzulernen und mitzugestalten!

Hier ist das komplette Programm zum Download (pdf).

 

 

Was heißt denn das - "vergnügt, erlöst, befreit"?

Detlef Kowalski
Joline Marmé
Sabine Paganetti

 

Kulturgeragogin Sabine Paganetti ist "vergnügt, weil Musik über alle Grenzen hinweg verbindet". Sie führt mit Kinderchören unterschiedlicher Konfessionen am 11. Juni 2017 das Singspiel "Luther" in Altwied auf.

Joline Marmé weiß, dass Gott jeden Menschen immer begleitet. "Das erlöst mich, wenn ich mich alleine fühle", sagt die Schülerin aus dem Vorbereitungsteam des Jugendreformationsfestivals am 26./27. August 2017 im Naturschwimmbad Ellingen.

"Ich bin frei, mich verändern und in die Dinge der Welt hineinknien zu können", erklärt Synodalassessor Detlef Kowalski das Motto. Er hat den Streckenverlauf des Reformationswegs mit entwickelt und getestet.

"Ich bin vergnügt, erlöst, befreit" ist ein Zitat aus einem Psalm des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch. Es ist auch das Jubiläumsmotto der gesamten Evangelischen Kirche im Rheinland.