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Feier für die Fülle: Präses Rekowski führt Detlef Kowalski als Superintendent ein

Fülle ist die Mission, und Fülle war zu spüren: Mit einem feierlichen Gottesdienst hat der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, am 20. Oktober 2017 den neuen Superintendenten Detlef Kowalski in sein Amt eingeführt. Fast 20 Kollegen und Kolleginnen sprachen Kowalski dabei ein Votum zu: Sie gaben ihm ein persönlich ausgesuchtes Bibelwort als Segen mit in die neue Aufgabe, den Kirchenkreis Wied zu leiten.

Rekowski wünschte Kowalski "Fantasie und Weite für das Alltagsgeschäft", das vom Umbruch kirchlicher Strukturen und der Sorge um Finanzen und Gebäude geprägt ist. Er mahnte jedoch eindrücklich, darüber die zentrale christliche Mission nicht zu vernachlässigen: "Die Kirche ist eine Gabe Gottes an die Welt. Konzentrieren wir unsere Arbeit auf die Fülle für alle - auf Gerechtigkeit, Inklusion, Bildung."

Visionen? Gerade der stressige Alltag braucht Ausrichtung auf Gott

Nachdem Kowalski sein Amt mit einem "Ja, mit Gottes Hilfe" angenommen hatte, führte er Pfarrer Philip Horn als Synodalassessor ein. Zuvor war der bisherige Superintendent Wolfgang Eickhoff offiziell von seiner Aufgabe entpflichtet worden. Der Sabbat in Kapharnaum aus dem Markusevangelium war dann Thema von Kowalskis Predigt. In dieser Erzählung hilft und heilt Jesus zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. "Im Dunkel der Nacht trauen sich die großen Fragen heraus."

Kowalski appellierte eindringlich, uns im Alltag Inseln des Betens und Dankens zu schaffen - gerade auch dann, wenn wir besonders viel zu tun haben. "Ein auf Gott ausgerichteter Tag beginnt nicht mit Whatsapp-Nachrichten und dem Frühstücksfernsehen." Wir bräuchten vielmehr die Konzentration auf Gott um Visionen dafür zu entwickeln, "wie wir teilen und wie wir sein wollen".

Feier mit Rock und Klezmer

Zum Gottesdienst in der Heddesdorfer Kirche waren etwa 200 Gäste gekommen. Grußwörter sprachen auch Iris Döring vom Landeskirchenamt, Dechant Thomas Darscheid vom Kath. Dekanat Rhein-Wied, Hermann-Josef Schneider von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Neuwied und Pfarrer Tilmann Raithelhuber von der Friedenskirchengemeinde, die nun zu 75 Prozent auf Kowalskis Dienst verzichten muss. Anschließend feierten alle bei Sekt, Fingerfood und musikalischen Beiträgen von Rock bis Klezmer ihren Kollegen und Freund.

Kowalski ist mit der Kirchenkreisleitung schon vertraut: Seit 2012 war er Synodalassessor, und nachdem Wolfgang Eickhoff aus gesundheitlichen Gründen im Frühsommer 2017 vom Superintendentenamt zurückgetreten war, hatte er die Aufgabe kommissarisch übernommen. Eine außerordentliche Synode am 22. September hatte Kowalski zum Superintendenten und Horn zum Synodalassessor des Kirchenkreises Wied gewählt.