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Kreissynode tagte digital - Superintendent Detlef Kowalski wiedergewählt

Neuwied. Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Wied tagte am Freitag und am Samstag zum ersten Mal in ihrer Geschichte digital. Superintendent Pfarrer Detlef Kowalski wurde wiedergewählt und in der Position bestätigt. Er dankte den Mitarbeitenden der Superintendentur und des Verwaltungsamtes, die mit großem Einsatz das Format der Videosynode an zwei Tagen ermöglichten.

Nach dem Namensaufruf und der Feststellung der Beschlussfähigkeit folgte am Freitagabend die Aussprache zum Bericht des Superintendenten. Diesen hatten die Synodalen schon im Vorfeld der Synode erhalten. "In diesem Jahr ist vieles eingetreten, was wir uns gar nicht vorstellen konnten. Aber damit ist auch die Idee in sich zusammengefallen, dass alles immer so weitergehen müsste wie wir es bisher machten", sagt der Superintendent über seinen Bericht: Wichtig ist ihm, gerade in diesen Zeiten Hoffnung und Zuversicht nicht zu verlieren. Deshalb stellte er seinen Bericht unter das biblische Leitwort: "Meine Zuversicht ist bei Gott."

Am Freitagabend hat die Kreissynode die Pfarrstellenplanung für den Kirchenkreis bis zum Jahr 2030 beschlossen. In den nächsten Jahren wird es verstärkt um Kooperationen und Zusammenarbeit zwischen den evangelischen Kirchengemeinden gehen. Wo in der nächsten Zeit Pfarrstellen durch Ruhestände frei werden, wird nicht überall eine Wiederbesetzung stattfinden können.

Neben den Haushaltsberatungen lag am Samstag ein Schwerpunkt der Synode bei den Wahlen zum Kreissynodalvorstand, dem Leitungsgremium des Kirchenkreises. Pfarrer Detlef Kowalski wurde als Superintendent in geheimer Wahl mit 88% Ja-Stimmen wiedergewählt. Ebenso wurde Pfarrer Andreas Laengner (Kirchengemeinde Anhausen) als Skriba (Schriftführer) mit großer Mehrheit bestätigt. Als stellvertretende Schriftführer wurden Pfarrer Patrique Koelmann (Dierdorf) und Pfarrer Heiko Ehrhardt (Feldkirchen-Altwied) neu gewählt. Zu nicht-theologischen Synodalältesten wählte die Synode Frau Dr. Marion Klaer-Cichon (Honnefeld) und Herrn Uwe Selzer (Neuwied-Marktkirche). Als Stellvertretende Mitglieder wurden Frau Marita Klose (Dierdorf) und Frau Angelika Werner (Feldkirchen-Altwied) neu gewählt.

Darüber hinaus besetzten die Synodalen die kreiskirchlichen Ausschüsse und die Synodabeauftragungen zum Teil neu.

Die nächste Tagung der Kreissynode soll im Juni 2021 stattfinden, hoffentlich wieder in der gewohnten Präsenzform, denn die persönlichen Begegnungen sind während einer Synode wichtig.

Umkehr zum Frieden

Die Taube ist seit der biblischen Geschichte von der großen Flut das Symbol des Friedens. Der Ölzweig im Schnabel des Vogels zeigt, dass Land in Sicht ist. Die Rückkehr der Taube zur Arche ist ein Zeichen für das Ende der Gefahr und für Hoffnung auf einen Neuanfang.

Die Taube auf dem Plakatmotiv der Friedensdekade 2020 wendet ihren Kopf zurück. Das Motto der Friedensdekade „Umkehr zum Frieden“ lenkt auch unseren Blick zurück. Das Jahr 2020 war durch eine große Krise geprägt. Keine Wasserflut, aber ein kleines Virus hat gezeigt, wie verletzlich Leben sein kann. Der Blick zurück ruft Erfahrungen in Erinnerung und Erkenntnisse, die wir gewonnen haben: Wertschätzung für Menschen in Pflegeberufen, Einkaufen für die Nachbarn, Rücksicht und Achtsamkeit trotz körperlicher Distanz, Sensibilität für Menschen unterschiedlichen Alters in prekären Lebensverhältnissen, …

Die Pandemie zeigt uns, wie sehr wir Menschen einander brauchen und wie sehr wir auf ein solidarisches Miteinander angewiesen sind. In anderen gesellschaftlichen Entwicklungen wird uns aber vor Augen geführt, wie gefährdet demokratische Errungenschaften und solidarischer Zusammenhalt auch sind.  

Im August 1945, vor jetzt 75 Jahren, nach dem Abwurf der amerikanischen Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki, hat die Menschheit in einen Abgrund geblickt. Ein Atomkrieg würde die Welt in beispiellose Zerstörungen stürzen, aus denen es keinen Weg zurück gäbe.

Es gehört bis heute zu den bemerkenswertesten Leistungen der Politik, dass ein zweiter Kriegseinsatz von Atomwaffen seitdem verhindert worden ist. An Material und Gelegenheiten hat es nicht gemangelt. Die Sowjetunion und die USA besaßen im Kalten Krieg zigtausende Nuklearsprengköpfe. Jede Krise irgendwo auf der Welt, jeder Zusammenprall der Blöcke, jedes dumme Missverständnis, eine Computerpanne hätte zu einem atomaren Schlagabtausch eskalieren können, an dessen Ende die Auslöschung der Menschheit gestanden hätte.

Dass die Menschheit in den vergangenen 75 Jahren einem Atomkrieg entgangen ist, bedeutet nicht, dass das auch in den nächsten 75 Jahren so sein wird. Zwar sind in den vergangenen Jahrzehnten tausende Atomwaffen verschrottet worden. Aber die vertragliche Rüstungskontrolle zerbröckelt langsam. Entsprechende Verträge wurden nicht verlängert oder stehen auf der Kippe.

Der Blick zurück ist gleichzeitig ein Blick nach vorn: Wie sollen das zukünftige Zusammenleben und die Gesellschaft von morgen aussehen? Wie wollen wir in Frieden leben?

Das Lernen aus Vergangenem ist eine Voraussetzung dafür, dass Leben auch in Zukunft gelingen kann. Dazu zählt, die nicht aus den Augen zu verlieren, die sich nach Frieden sehnen und unsere Solidarität am nötigsten haben: Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Folgen des Klimawandels, Menschen in Flüchtlingslagern …

Der Blick zurück heißt, nicht gedankenlos das Heil in der Rückkehr zu alten Verhältnissen zu suchen.

Umkehr zum Frieden bedeutet, die Augen nach vorne zu richten, auf das, was Gott uns schenkt, für das neue Leben.

Pfarrer Detlef Kowalski
Superintendent

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