Bericht: pop meets organ

An der neuen Orgel der Koblenzer Florinskirche bekommen Kantor Christian Tegel und Niklas Gebauer von Professor Laux heiße Tipps zum „groovigen“ Orgelspiel.

Pop-Musik auf der Kirchenorgel

Studientag gipfelt in Improvisationskonzert

KOBLENZ/NEUWIED. Zu einem Seminar der besonderen Art hatten die beiden Kreiskantoren der Kirchenkreise Koblenz und Wied, Christian Tegel und Thomas Schmidt, eingeladen: An der gerade neu gebauten Orgel der Koblenzer Florinskirche drehte sich einen Tag lang alles um das Thema "pop meets organ". Als Gastreferent konnte Professor Torsten Laux aus Bonn gewonnen werden. Er unterrichtet Orgelspiel und Improvisation an den Musikhochschulen Düsseldorf und Bayreuth.

Die zehn Kursteilnehmer zwischen 14 und 70 Jahren erfuhren von ihm, wie man moderne Kirchenlieder stilgemäß auf einer Orgel so spielt, dass sie "groovig" und "fetzig" klingen - und eben nicht nach einem Choral. Laux führte vor, was es mit den Begriffen "Pop-Dominante" und "Locked-Hand-Griff" auf sich hat. Damit möglichst viele Teilnehmer praktischen Unterricht erhielten, nahmen immer zwei Personen gleichzeitig auf der Orgelbank Platz. Aber auch die anderen blieben nicht untätig. Sie bildeten eine Rhythmusgruppe, die ein Schlagzeug imitierte - und zwar mit Fingerschnipsen, Bleistiftschlägen auf das Geländer der Empore oder mit Klopfen auf die Gesangbücher.

Der vierzehnjährige Niklas Gebauer aus Wienau bei Dierdorf brachte es auf den Punkt: "Dieser Tag hat's voll gebracht!" Und auch sein Orgellehrer, Kirchenmusikdirektor Thomas Schmidt von der Neuwieder Marktkirche freute sich, dass diese Form der Zusammenarbeit der beiden Nachbarkirchenkreise sich bewährte: "Im Herbst werden wir sogar eine gemeinsame Ausbildung zum C-Kirchenmusiker anbieten."

Der Studientag endete mit einem Improvisationskonzert von Professor Laux. Die Konzertbesucher konnten sich vorher Melodien wünschen, über die er dann in verschiedenen Stilen improvisierte. Auf bisher nie dagewesene Weise wurden die Lieder verfremdet oder miteinander verbunden. So entstand zum Beispiel ein Stück, in dem "Weißt du, wieviel Sternlein stehen" und "Freude, schöner Götterfunken" miteinander verschmolzen. Da blitzen zwischendurch Motive von Mozart oder Bachs berühmter Toccata in d-Moll auf. Das Publikum hatte seine helle Freude und dankte es dem Künstler mit lang anhaltendem Applaus.

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