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Mirjam-Sonntag 2014

Kirchengemeinden feiern im September den Mirjamgottesdienst - in diesem Jahr zum Thema "Gemeinschaft der Heiligen"

Das Mirjamteam, das in diesem Jahr das Thema ausgearbeitet hat, möchte mit diesem Titel bewusst machen: In unserer Kirche kann sich jede und jeder als heilig begreifen.

"Die Gemeinschaft der Heiligen lebt davon, dass Gott ihre Geistkraft ausgießt - nicht nur auf Geweihte, Studierte oder dafür Angestellte.Gott gießt seinen Geist aus auf alle, auf Frauen und Männer. Dieser Geist ist spürbar dort, wo verfahrene Situationen aufbrechen, wo sich in Ratlosigkeit ein neuer Weg auftut, wo ein Schritt ermöglicht wird, wo sich Hoffnung wieder stärkt. In der Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden ist es dieser Geist, der zur Solidarität ruft. Diesen Geist erlebe ich in dem Gefühl schöpferischer Unruhe, im Gezogen- und Getrieben-Sein, im Berufen-Sein zu einer bestimmten Aufgabe. Er steckt auch im Mut, etwas ungern Gehörtes auszusprechen. Kraft und Energie für das Reich Gottes stammen aus diesem Geist. Es sind diese Berührungen mit dem Wirken des Gottesgeistes, die ich für jede und jeden einzelnen von uns und für unsere Kirche ersehne: in denen Gott mit seiner Kraft wirksam wird, in denen Gott Leben schenkt und erneuert, es heilt und aufrichtet, in denen Gottes rettende und versöhnende Kraft steckt gegen alles was das Leben und die Liebe bedroht."
Irmgard Lehner

Zur Geschichte des Mirjamsonntags:
Die ökumenische Dekade (1988-1998) »Kirchen in Solidarität mit den Frauen« hatte Ziele formuliert, mit denen die Frauen ihre Forderungen nach Ge- rechtigkeit bündeln konnten. Es ging darum, Frauen zu befähigen, unterdrückende Strukturen in der Gesellschaft weltweit, in ihrem Land und in ihrer Kirche in Frage zu stellen, den entscheidenden Beitrag von Frauen in Kirche und Gemeinde dadurch anzuerkennen, dass gleichbe- rechtigte Mitwirkung von Frauen in Führungspositionen und Entscheidungsprozessen sowie bei der Gestaltung von Theologie und Spiritualität gefördert wird, Frauen die Möglichkeit zu geben, ihre Vorstellungen und Aktionen in die Bemühungen um Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einzubringen, die Kirchen zu veranlassen, sich selbst von Rassismus, Sexismus und Klassendenken sowie von Lehren und Praktiken, die Frauen diskriminieren, zu befreien, die Kirchen darin zu bestärken, in Solidarität mit den Frauen zu handeln. Diese Ziele bleiben auch nach Abschluss der Dekade verpflichtend. Um sie im Bewusstsein zu halten, hat die Evangelische Kirche im Rheinland beschlossen, sie auch im Liturgischen Kalender des Kirchenjahres zu verankern. Der 14. Sonntag nach Trinitatis trägt den Namen Mirjamsonntag: Kirchen in Solidarität mit den Frauen. Neben anderen Aktivitäten kann dieser Sonntag helfen, über die gefeierte Liturgie die Thematik der Dekade immer neu auf die Tagesordnung der Gemeinde zu bringen. Kreativ und die Phantasie beflügelnd lässt sich diese Thematik zugespitzt mit den Namen einer biblischen Frauengestalt, der Prophetin Mirjam, verbinden. Mirjam spielt in der christlichen und jüdischen Frauenbewegung längst eine prominente Rolle. Auch in der exegetischen Diskussion in Christentum und Judentum hat sie vielfäl- tige poetische und prophetisch-politische Diskussionen in Gang gesetzt und Themen provoziert. Der Sonntag soll helfen, diese Ziele immer neu einzufordern. Freilich geht es nicht nur um Mirjam oder um Frauenfragen; Thema ist die Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen in Kirche und Gesellschaft. Die Stimmen und Anregungen von Männern gehören also dazu. Der Sonntag und seine Botschaft soll von niemandem übersehen werden.
Dazu dient das Logo des Mirjamsonntags; es kann für Veranstaltungen und zur Werbung frei benutzt werden. Texte, Lesungen, Lieder und Gebete werden jedes Jahr von einem anderen Kirchenkreis der EKiR zusammen - gestellt, erarbeitet und vorgeschlagen. Darüber hinaus gibt es im liturgischen Kalender der EKiR (Download unter: www.ekir.de/www/glauben/liturgischer-kalen- der-316.php) eine zum Mirjamsonntag passende Zusammenstellung liturgischer Elemente, aus denen Alternativ ausgewählt werden kann.