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Einer für alle - alle für einen

Friedrich Wilhelm Raiffeisen gründete Genossenschaften, um seinen christlichen Glauben zu leben

Bild 1: Raiffeisen. Gemalt von Marlies Becker. Foto D. Müth

Bild 2: Sonja Hauertmann. Foto Inge Witzlau

Bild 3: Michael Klein.Raiffeisen

Bild 4: Raiffeisen. Gemalt von Marlies Becker

Er war Heddesdorfer Bürgermeister, Genossenschaftsgründer in Deutschland und würde am 30. März 2018 seinen 200. Geburtstag feiern. Für die evangelische Kirche ist dies ein besonderer Anlass, weil Friedrich Wilhelm Raiffeisen hier vor Ort aus seinen christlichen Überzeugungen heraus handelte. „Mit den Genossenschaften setzte Raiffeisen Jesu' Auftrag zur Nächstenliebe um, indem er versuchte, nachhaltig zu helfen, wenn er Not sah“, sagt Pfarrer Tilmann Raithelhuber. Genossenschaftsbanken, Jugendhilfe und Volksbibliotheken sind daraus entstanden unter dem Motto „Einer für alle und alle für einen“. Raiffeisen nutzte dafür nicht nur christliche Werte, sondern auch kirchliche Strukturen: Er arbeitete eng mit den Pfarrern in seiner Bürgermeisterei zusammen. Wohl aufgrund dieser guten Erfahrung riet er, speziell kirchliche Mitarbeitende in die Leitung der neu gegründeten Wohltätigkeits- und Darlehenskassenvereine zu berufen. Raiffeisen selbst gehörte über 20 Jahre der „Gemeinderepräsentation“ der Heddesdorfer Kirchengemeinde an. Für die Synode des Kirchenkreises Wied engagierte er sich im Vorstand eines eigens für verwahrloste Jugendliche ins Leben gerufenen Erziehungsvereins.

Bis heute bewahrt Raiffeisens Idee der Genossenschaften auf der ganzen Welt Hunderttausende Menschen vor dem Verhungern und verhilft ihnen zu einem selbstbestimmteren Leben. Doch wie im 19. Jahrhundert der Industrialisierung brennt die soziale Frage weiterhin unter uns: Raiffeisens Ideen von der „Hilfe zur Selbsthilfe“ sowie der Selbstverantwortung des Einzelnen bleiben eine gesellschaftliche Aufgabe – die christliche Inspiration Raiffeisens für ein gerechtes Miteinander ist weiter zu entwickeln. Seine Konzepte und seine gute Vernetzung mit den kirchlichen Gremien, dem Fürstenhaus und weit darüber hinaus zeigen, wie soziales Engagement und Nächstenliebe auch heute noch nachhaltig Wirkung entfalten können.

Sie sind eingeladen zu einem informativen, kulturell-historischen, touristischen und vergnüglichen Raiffeisen-Veranstaltungsprogramm in und um Neuwied – merken Sie sich die Termine schon jetzt vor! Ein ausführliches Programmheft liegt ab Mai in den Gemeindehäusern aus.

Veranstalter: Kirchenkreis Wied, Evangelische Friedens- und Marktkirchengemeinde, Evangelische Kirchengemeinde und Kirchbauverein Niederbieber, Evangelische Kirchengemeinde Anhausen, Ortsgemeinde Anhausen, Evangelischer Verein Heddesdorf, unterstützt vom Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Rheinland-Süd, der katholischen Kirchengemeinde St. Matthias, dem Landessportbund Rheinland-Pfalz, der Raiffeisenbank Neustadt und der Volks- und Raiffeisenbank Neuwied-Linz eG

 

19. März | 19:30 Uhr

Ev. Gemeindehaus,
Am Kirchberg,
Niederbieber

Vortrag |Prof. Rüdiger Jung:  „Raiffeisen  – seine Grundideen eines christlichen Socialismus und ihre Bedeutung heute“

Auftakt zur Jahreshauptversammlung des Kirchbauvereins Niederbieber

18. April | 19 Uhr

Ev. Kirche und Gemeindehaus, Anhausen

Erste Gründung eines Darlehenskassenvereins

Anhausen feiert mit Festreden, Enthüllung einer Gedenktafel und Empfang – Interessierte herzlich willkommen! 

4. Juni | 19 Uhr  

Café Auszeit,  
Engerser Str. 34, Neuwied

                
20 Uhr

Ausstellungseröffnung | „Das Beispiel nützt allen.“ Raiffeisen, seine Genossenschaften und ihre Ausstrahlung in die Welt! 
Mit Bildern der Malerinnen Marlies Becker und Stefanie Schmeink zu Raiffeisens Weg und seinen Weggefährten


Vortrag | Prof. Pfr. Michael Klein:
„Raiffeisen als Christ, Reformer und Visionär“

7. Juni | 20 Uhr

Café Auszeit,  
Engerser Str. 34, Neuwied

Vortrag | Gisela Menden, Oikocredit Bonn: „Raiffeisens Genossenschafts-idee heute – die ökumenische Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit“

8. Juni | 16 Uhr 

Dierdorfer Str. 65,  
Neuwied

Busfahrt und Rundgang | Auf den Spuren Raiffeisens in Heddesdorf und Neuwied

mit Stadtführer Björn Ritter, danach gemütlicher Ausklang |

Kartenverkauf à 5 Euro am 27. März um 14:30 Uhr im Gemeindehaus Dierdorfer Str. 65, danach unter Tel. 02631-23106

9. Juni | 8:30 Uhr

Dierdorfer Str. 65, Neuwied

Tagesausflug | Unterwegs auf der Historischen Raiffeisenstraße

Besuch des Kulturhauses in Hamm/Sieg und evtl. Raiffeisenmuseum, Filmvorführung zu Raiffeisen, Mittagspause im Kloster Marienthal, Besichtigung des Raiffeisenhauses und der Evangelischen Kirche in Flammersfeld |

Kartenverkauf à 25 Euro (inkl. aller Eintrittsgelder und Gästeführer in Hamm und Flammersfeld) am 27. März um 14:30 Uhr im Gemeindehaus Dierdorfer Str. 65, danach im Gemeindebüro, Dierdorfer Straße 67

11. Juni | 20 Uhr

Café Auszeit,
Engerser Str. 34,
Neuwied

Musikalische Lesung | Der Mensch Raiffeisen – erlesen aus Briefen und Tagebüchern mit Theaterwissenschaftlerin Sonja Hauertmann als Amalie Raiffeisen und Kirchenmusikdirektor Thomas Schmidt am Klavier

17. Juni | 10 Uhr

Dierdorfer Str. 39, Neuwied

Familiengottesdienst und großes Gemeindefest in der und um die Heddesdorfer Kirche mit Kindersingspiel, vielfätige Speisen und Getränke, Bungeerun und Spielprogramm, verschiedene Chöre

 

Zusätzliche Angebote

Vorlesenachmittag für Kindertagesstätten-Gruppen

Benno und Friedrich Wilhelm Raiffeisen“

Hans-Jürgen Schmitt, Leiter der Gemeindebücherei der Ev. Friedenskirchengemeinde Neuwied, liest aus dem im Geest Verlag erschienenen Kinderbuch von Sonja Hauertmann – auf Anfrage

 

Stadtführung zu Friedrich Wilhelm Raiffeisen für Kindertagesstätten-Gruppen

Erika Knopp, Gemeindeglied und Beauftragte  für Kindertagesstätten in der Ev. Friedenskirchengemeinde Neuwied, zeigt Kindern Raiffeisen-Orte wie Bürgermeisterei und Druckerei – auf Anfrage